18. Februar 2007: Feuer auf japanischem Walfänger

Sea Shepherd hat die Nisshin Maru gar nicht kaputtgemacht (s. Artikel unten). Trotzdem sind die Japaner offensichtlich beleidigt wie 4-jährige, denen man die Förmchen kaputt gemacht hat.
Nach dem Ausbruch eines Feuers auf dem voll mit Walfleisch beladenen Walfangschiff in der Antarktis haben ausgerechnet diejenigen der havarierten «Nisshin Maru» Hilfe angeboten, die sie eigentlich bekämpfen. Diesmal war Greenpeace zur Stelle. Ihr Schiff »Esperanza« hatte den Notruf aufgefangen und hat den japanischen Walfänger 24 Std. später erreicht.

«So ein Brand auf hoher See ist das Schlimmste, was passieren kann», sagte ein Greenpeace-Sprecher. «Wenn Sie auf hoher See sind, dann ist jede Hilfe - glaube ich - willkommen. Natürlich sind wir dort hingefahren unter dem Aspekt, dass wir Wale schützen wollten. Jetzt hat sich die Situation komplett gedreht, jetzt geht es darum, dass Menschenleben in Gefahr sind.»
Die «Nisshin Maru» hat das Angebot der Umweltorganisation Greenpeace, das Fabrikschiff abzuschleppen, auf Anordnung der japanischen Regierung bislang abgelehnt.
Die für Rettungseinsätze in dem Unglücksgebiet verantwortliche neuseeländische Behörde besteht weiter darauf, dass das japanische Schiff so schnell wie möglich aus der sensiblen Ökozone geschleppt wird. Mit einem Wetterumschwung wachse die Gefahr, dass ein Teil der 1000 Tonnen Benzin und Öl an Bord auslaufen.
Das Schiff dürfe auch neuseeländische Hoheitsgewässer nutzen, sagte ein Sprecher nach Angaben von Radio Neuseeland. Das versucht die japanische Walfangflotte wegen der ablehnenden Haltung Neuseelands zum Walfang immer zu vermeiden.
Die japanischen Eigner haben nach Angaben von Radio Neuseeland bis Montag eine Entscheidung darüber in Aussicht gestellt, ob der Walfang vorzeitig abgebrochen werden soll. Die Saison dauert normalerweise bis Mitte März.
Die «Nisshin Maru» ist das einzige Schiff in der Flotte von sechs Booten, das Walfleisch verarbeiten kann. Wenn es vor Ort nicht repariert werden kann, müsste die gesamte Flotte zurückkehren.
Nach neuesten Angaben von Greenpeace ist die Nisshin Maru stärker beschädigt als die japanischen Behörden sagen. Bislang sei es der Besatzung nicht gelungen, die Maschinen zu starten, heißt es von der Umweltschutzorganisation. Die Japaner weigern sich weiterhin, Hilfe anzunehmen. Mittlerweile wurde die Leiche eines vermissten Seemanns entdeckt. Der Antarktis droht nach dem Brand auf dem schwer mit Walfleisch beladenen Schiff möglicherweise eine Umweltkatastrophe. Man redet von ungefähr 1000 Tonnen Öl, die an Bord sein sollen.

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