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| Der Tod des Albafar |
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25. Juli 2004 Gerade war es acht Tage her, als wir den qual- vollen Tod des Schnabelwals miterleben mußten. Nun entdeckten wir durch Zufall das traurige Schicksal eines weiteren Tieres. Ich war mit unseren Delphinschulkindern unter- wegs. Wir machten Rast im kleinen Hafen von Sao Caetano ein bisschen schwimmen, in der Sonne dösen. Mit Kurs auf den Hafen sahen wir ein kleines Boot herantuckern. Es hatte irgendetwas im Schlepp- tau. »Nicht schon wieder ...« war meine erster Ge- danke. Das Boot legte an, der Fischer machte sich an einem Kran zu schaffen, so wie er in jedem hiesi- gen Hafen zu finden ist. Heraus zog er einen mäch- tigen Körper, sofort erkennbar als Hai. Gute 5 Meter maß das Tier. Es war ein Grauhai oder Sechskiemerhai. Die Portugiesen haben ihm den schönen Namen »Albafar« gegeben. Unser Albafar starb durch eine Harpune, bzw. wir endeckten, dass noch ein bisschen Leben in ihm steckte, als er am Kran hing. Was für ein würdeloses Schauspiel! Während immer mehr Zuschauer in den kleinen Hafen kamen die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer im kleinen Ort empfanden wir Hilflosigleit und Unverständnis. Links im Bild kann man deutlich erkennen, warum der Grauhai in die Familie der Sechskiemerhaie einge- ordnet wurde. Auffallend sind seine türkisgrünen fluoeszierenden Augen. Der Sechskiemerhai ist in allen Ozeanen und auch im Mittelmeer anzutreffen. Er sit ein nachtaktiver, langsamer Schwimmer. Sie ernähren sich von Fischen, Krebstieren, Kopffüßern und anderen Weichtieren sowie Seeigeln und Aas. Sechskiemerhaie sind lebendgebährend. Übergriffe auf Menschen sind nicht bekannt. Allgemeines: Vor allem in Asien gelten die Flossen von Haien als Delikatesse. Liebhaber bezahlen hohe Summen. Laut einer Studie der Umweltstiftung WWF kosteten Riesenhaiflossen im Jahr 1999 in Hongkong 114 € pro Kilo. Komplette Flossen bringen es auf bis zu 2300 €. Mehr als die Flossen interessiert die Fischer an den Haien oft nicht. Den Rumpf der oft noch lebenden Tiere werfen sie meist einfach wieder ins Wasser. Nach Angaben der Welternährungsorga- nisation FAO werden weltweit etwa 100 Millionen Haie aller Arten jährlich hauptsächlich ihrer Flossen wegen gefangen. Die Gefährdung von Haien durch Menschen ist also erheblich. Kommen jährlich bis zu 10 Menschen durch Haiattacken ums Leben, geht auf das Konto des Menschen jährlich 200 Millionen (6 Haie/Sekunde!). Die Hälfte also zur Herstellung chinesischer Haifisch- flossensuppe, der Rest sind Trophäen oder Beifang. Als Speise werden wertvolle Haie unter anderem Namen quasi getarnt verkauft. Übrigens: auch der schöne Albafar wird wegen seiner Flossen gejagt. Der Handelsname: »Greyfish«. Fotos und Bericht: Hanne Wecken |
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