![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||||||
|
|
|
|
|||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||
| Verendeter Pottwal entdeckt wo sind seine Zähne geblieben? |
|||||||||||||||||||||||||||
![]() |
27. Juli 2004 Manchmal ist es wie verhext. Da möchte man eigentlich das pralle Leben des Ozeans genießen und quickleben- dige Tiere beobachten und dann weht einem tagelang der mehr oder wenige sinnlose Hauch des Todes um die Nase. Meine Delphinschulkinder der ersten Staffel hatten es mitunter nicht leicht. Zuerst hörten sie die traurige Geschichte vom Sterben des Schnabelwals und dann auch noch das Erlebnis mit dem Riesenhai ... Auf einer Ausfahrt zu den Delphinen begegnete uns zunächst erst einmal nichts. Um die Zeit des Wartens auf Delphine für die Kinder ein wenig kurzweiliger zu ge- stalten, schlug unser Skipper Fernando vor, einmal die großen Thunaboote anzufahren, die wir am Horizont gesichtet hatten. Das könnte interessant werden, denn Fernando ist selbst lange auf einem Thunaboot gefahren und kann eine Menge erzählen, wie der Thunfischfang auf den Azoren funktioniert. Hier werden die Thunfische ausschließlich in Langleinentechnik gefangen. Das ist eine sehr gewiefte Methode; in jedem Fall gilt das Langleinenfischen als weitgehend »delphinfreundlich«. Man kann hier den Thunfisch noch genießen, ohne dass einem der Gedanke an »Delphine als Beifang« den Appetit verdirbt. Als wir uns den Trawlern näherten, sahen wir einen großen Körper auf dem Wasser treiben. Unendlich viele Möwen versuchten, dem übergroßen Nahrungsangebot Herr zu werden. Das große Tier war schon vor längerer Zeit eines natürlichen Todes gestorben. Ein starker Ver- wesungsgeruch lag in der Luft. Wir sahen schnell an der Form des Kopfes, dass es sich um einen Pottwal handelte. Um die Fluke war ein Seil befestigt. Fernando vermutete, dass vielleicht Fischer dem Pottwal die Zähne entnom- men hatten. Ein Blick auf den leeren Unterkiefer bestäti- gte seine Vermutung. Zugegeben, das ist ein heikles Thema inmitten eines Paradieses für Whale Watcher ... Während in Japan diese Zähne aus dem aktuellen Pott- walfang frei auf dem Markt verkauft werden dürfen und fast ebenso hohe Preise wie Elfenbein und Rhino- zeroshörner erziehlen, ist der Handel innerhalb der EU stark limitiert: Hier dürfen nur behandelte Zähne, sog. »Scrimshaws« mit einem Altersnachweis als Antiquität frei verkauft werden. Als Antiquitäten gelten Exemplare, die gerechnet vom 01.06.1997 an vor mehr als 50 Jahren zum ersten mal erworben wurden. Die Walfänger des 19. Jahrhun- derts widmeten sich während der langen Flauten diesem Kunsthandwerk, dem Schnitzen von Walzähnen. Wir wissen nicht, was mit den Zähnen dieses Pottwals geschieht. Was mir aber wieder einmal durch den Kopf geht, ist die Verantwortung, die wir als Reisende tragen: Keine exotischen Souvenirs kaufen auch nicht als »legale« Antiquität, so wie man sie übrigens zeitweilig äußerst zweifelhaft auch bei e-bay erwerben kann. |
||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||
| Fotos und Bericht: © Hanne Wecken | |||||||||||||||||||||||||||
| Zum Thema Artenschutz hat die Bundeszollverwaltung eine sehr gute und hochinteressante Broschüre herausgegeben. | |||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||