EIN-BLICKE oder – Spaced Out In The Blue
von Michael Filipic, Volontär bei Pico Sport vom 26.4. - 9.9. 2004
Vor fast 30 Jahren kam ich zum ersten Mal auf einer
Seereise nach Mittelamerika an den Azoren vorbei.
Seit nunmehr 10 Jahren wollte ich schon immer mal
mit Delphinen schwimmen. Vor drei Jahren kam mir
der Gedanke, zu diesem Zweck auf auf die Azoren zu
fliegen.

Vom allerersten Kontakt mit Frank - über eine Fernseh-
sendung auf PRO 7 bis zur Möglichkeit, jetzt in diesem
Jahr für Pico Sport als Volontär und Marineiro zu arbeiten,
sollten noch mehrere Jahre vergehen. Jetzt nach fast
drei Jahrzehnten bin ich an dem Punkt zurückgekehrt,
wo ich zum ersten Mal wildlebende Delphine gesehen
habe.

Die Arbeit hier macht viel Spass, ist abwechslungsreich
und ist in den Details recht anspruchsvoll. Viele Fähig-
keiten, die ich schon erworben habe, kann ich hier ein-
bringen. Aber genauso muss ich mich hier in viele
Abläufe einarbeiten, damit in der Organisation und im
Team alles so funktioniert, dass die Gäste zufrieden sind
und mit einem erlebnisreichen Urlaub in Erinnerung
nach Hause fliegen können.
Als Marineiro an Bord ist jede Ausfahrt eine neue Gelegenheit, mehr über das Leben und die Natur des
Atlantiks zu erfahren und den Gästen über Spezies und Verhalten zu informieren oder zu ihrem Delphin-
schwimmerlebnis beizutragen. Und wenn dann die Kamaras klicken, weil ein Wal beim Abtauchen
die Flucke zeigt oder die Teilnehmer nicht wissen, wo sie zuerst hinschauen sollen, weil es überall von
Delphinen wimmelt oder beim Delphinschwimmen begeistert und wie ein Delphin lächelnd wieder im
Boot sitzen, dann haben mal wieder Erwartungshaltung des Gastes und Unberechenbarkeit der Natur
zusammengepasst.

Bisheriges Highlight waren springende Pottwale und Blauwale - und wie sollte es auch anders sein – ist
jeder Delphin schon ein Highlight. Sei es, ihn nur in seiner Schönheit und Eleganz zu bewundern oder
Verhaltensweisen zu erkennen, von denen ich bisher nur gelesen oder gehört hatte.

Am besten gefällt es mir, ab und zu auch mal als Gast in die Delphinwelt abzutauchen. Unterwasser,
schwerelos in mehreren Metern Tiefe, überall umgeben vom Blau des Ozeans und den Delphinen, einzige
Orientierung der Blick an die Oberfläche, ist nicht nur der Atem angehalten, auch die Zeit bleibt stehen,
wenn sich die Delphine in ihrem dreidimensionalen Lebensraum bewegen und auf einen reagieren.
Allein die Tatsache, dass man, wenn auch nur für die Länge eines Atemzuges, mehr vom Delphin sieht
als er an der Oberfläche zeigt, lässt einen den Delphin neu entdecken. Für mich ist es das ultimative Erlebnis,
was ich seit Jahren ge(sehn)sucht habe ...
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