Peeling läßt Delfine schneller schwimmen:
Stetige Regeneration der Haut reduziert Strömungswiderstand
Kyoto (Japan) – Rasant gleiten Delfine durch die Fluten der Meere. Keine perfekt glatte
Oberfläche, sondern winzige haarnadelförmige Strukturen reduzieren den Strömungs-
widerstand im Wasser.
Japanische Forscher untersuchten die Turbulenzen entlang der Haut der Delfine nun
mit mathematischen Modellen und vergleichenden Laborexperimenten. Wie sie in der
Fachzeitschrift »Journal of Turbulence« beschreiben, spielt dabei die permanente
Abstoßung von Hautpartikeln binnen weniger Stunden ebenfalls eine wichtige Rolle.
»Diese Ergebnisse könnten helfen, schnellere Schiffe und U-Boote zu bauen, basierend
auf Lösungen aus der Natur«, sagt Yoshimichi Hagiwara vom Kyoto Institut für Technologie.
Schon bei früheren Experimenten offenbarte sich, dass die filigranen Mikrostrukturen auf
der Haut von Haifischen und Delfinen störende Turbulenzen beim Gleiten durchs Wasser
reduzieren. Daraus resultiert ein geringerer Strömungswiderstand als bei einer perfekt
glatten Oberfläche. Doch Delfine stoßen etwa alle zwei Stunden die äußeren Hautzellen ab.
Auch dieses permanente Peeling reduziert die Ausbildung von Wirbeln auf der Haut und
erlaubt den schnellen Schwimmern, ihre Flossenschläge besser in Geschwindigkeit
umzusetzen.

In einer Strömungskammer simulierten die Wissenschaftler den Effekt, den die partielle
Abstoßung von Partikeln von einer Oberfläche auf das vorbeigleitende Wasser hat.
Mit weiteren Experimenten, die mit Silikonschichten die Delfinhaut besser nachstellen sollen,
wollen Hagiwara diese Effekte noch genauer untersuchen. Ihr Ziel ist es, basierend auf diesen
Erkenntnissen, ideale Beschichtungen für Schiffe zu entwickeln, die bei gleicher Geschwindigkeit
und Reichweite mit weniger Treibstoff auskommen.


Quelle: Journal of Turbulence
| © 2000 - 2008 | Impressum | Sitemap | | Credits