August 2002: Meeresschildkröte gerettet!
Am 5. August habe ich eine Whale-Watching-Tour begleitet.
Eine Familie mit vier Kindern war an Bord der Odin und
natürlich unser Skipper Cesar sowie der Marine-Skipper
Paolo. Wir hatten gerade von unserem Vigia Anteiro erfahren,
dass in der Nähe Pottwale sind und machten uns gut gelaunt
auf den Weg.
Die Sonne strahlte und das Meer war so ruhig, dass wir
plötzlich etwas `komisches` auf der Oberfläche treiben sahen.
Cesar verlangsamte sofort die Geschwindigkeit und vorsichtig
pirschten wir uns an dieses «etwas» heran. Schnell konnten
wir dann erkennen, dass es ein Stück von einem Fischernetz
war, in dem ca. fünf bis sechs tote Seevögel hingen. Doch plötz-
lich bewegte sich das Netz ! Eine Meeresschildkröte war völlig
in den Schnüren verfangen. Sie trieb zusammen mit dem Netz
an der Wasseroberfläche, so dass sie atmen konnte, jedoch
wurde ihr der Weg in die Freiheit durch die Schnüre versperrt
und somit war jegliche Nahrungssuche für sie unmöglich.
Dass wir sie befreien mussten, war klar, da sie sonst sterben würde. Wir waren alle
ganz aufgeregt und zogen das Netz an das Boot heran. Ich habe die Schildkröte an
Bord gehoben und Paolo befreite sie mit einem Messer von ihren Fesseln. Sofort fing
die Schildkröte an, in der Luft zu paddeln. Ihre Arme wiesen deutliche Abdrücke auf.
Es schien, als wäre sie schon etwas länger in dem Netz gefangen gewesen. Bei dem
Versuch, sich zu befreien, hatte sie sich immer mehr und immer fester verheddert.
Nachdem wir uns davon überzeugt hatten, dass
sie keine anderen sichtbaren Schäden davon-
getragen hatte, entließ Cesar die Schildkröte
zurück in die Freiheit. Sie tauchte sofort ab, so
dass wir sie nicht mehr sehen konnten.

Wir waren alle überglücklich, dass wir diesem
wunderschöne Meerestier helfen konnten, waren
jedoch traurig, dass für die Vögel jegliche Hilfe
zu spät kam. Anscheinend hatten sie sich bei der
Futtersuche in dem Netz verfangen.
Um anderen Tieren diese Leid zu ersparen, ban-
den wir das Netz an der Odin fest und brachten
es an Land. Nachdem wir unser Möglichstes
getan hatten, machten wir uns mit einem über-
großen Lachen auf den Gesichtern und voller
Vorfreude auf den Weg zu den Pottwalen. Wir
kamen auf unsere Kosten: Springende Pottwale!
Fotos und Bericht: © Antonia Willmes
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