19.Juli 2004
Schnabelwal verendet qualvoll
an der Küste Picos

Am 19.7.2004 gegen  16:00 Uhr erschien ein Mitarbeiter
der hiesigen Umweltbehörde und bat uns um Unter-
stützung.
Es sei ein Anruf eingegangen, dass sich vor dem Ort
Sao Mattheus einige Delphine in Netzen verfangen hätten.
In großer Eile suchten wir Tauchausrüstung, Zangen
und Messer zusammen, wenige Minuten später brachen
wir mit einem unserer Boote auf.
Als wir nach rund 30 Minuten den kleinen Hafen von Sao
Mattheus erreichten, waren bereits einige Schnorchler
am Werke und hatten eines der Tiere befreit. Allerdings
hatten sich diese nicht in einem Netz verfangen, sondern
waren an der rauhen Lavaküste gestrandet. Drei der vier
angestrandeten Tiere konnten sich befreien doch für
eins kam jede Hilfe zu spät: Der Kopf dieses Tieres hatte
sich in den scharfkantigen Lavafelsen verfangen und es
konnte sich nicht befreien.

Wir stellten schnell fest, dass es sich hier nicht um
Delphine handelte, sondern um junge Sowerby Schnabel-
wale.
Das Tier hatte sich an der Küste den gesamten Schna-
bel zertrümmert, wurde immer wieder von der Brandung
an die Felsen geschlagen und starb nach einem
ver-
zweifelten Todeskampf vor den Augen seiner Helfer.

Schon am 16. Juli war ein Tier der gleichen Art an der
Küste der Nachbarinsel Faial verendet. Nun wurden
Erinnerungen wach an das Sterben der Schnabelwale
im Jahr 2003 vor den Küsten der Kanaren. Damals gab
es dort unterseeische militärische Sonarversuche. Ver-
mutungen liegen nahe, dass es sich auch hier wieder
um solche militärischen Versuche handelt, die offensicht-
lich die Schnabelwale verwirren und diese zum Stranden
bringen.

Das verendete Tier schleppten wir in den Hafen von
Madalena, wo es am 20.7. untersucht werden soll.

Wir baten umgehend die WDCS  Greenpeace, Sea-
Shepherd und andere Schutzorganisationen um Hilfe,
um herauszufinden, ob es derzeit wieder Übungen
dieser Art im Mittelatlantik gibt, die den Tod für viele
Schnabelwale bedeuten.
Leider erhielten wir außer vom WDCS, die uns prompt
antworteten, bisher keine weiteren Reaktionen der
anderen Organisationen und Verbände ...
Lesen Sie bitte dazu auch einen Artikel der
»Seventh Wave, the Official Publication of the
Marine Connection« (Seite 4 und 5):

Er berichtet über das Stranden von Schnabelwalen
vor der Küste Picos 2003, was eventuell auf Tiefsee-
sonarversuche zurückzuführen ist.
Download als PDF


Mit freundlicher Genehmigung
www.marineconnection.org
Bilder von oben nach unten:

Der geborgene tote Schnabelwal im
Hafen von Sao Mattheus

Frank Wirth im Gespräch mit der
Wasserschutzpolizei

Der zerstörte Schnabel des Wals

Abtransport zum Untersuchungslabor

Fotos und Bericht © Hanne Wecken

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