Wer ist Senhor Anteiro Suares?
»Baleia, Baleia!« hallte es durch die Ortschaften, über die Felder und
Weinberge, wenn der
»Vigia« von seinem Ausguck hoch über der
Küste Wale gesichtet hatte.
Hauptberufliche Walfänger gab es auf den Azoren kaum – so ließen denn
die Männer ihre Arbeit liegen, die sie gerade verrichteten, eilten zum Hafen
und brachten ihre Walfangboote, die
»Canoas«, zu Wasser. Die langen,
schmalen und schnellen Boote hatten sieben Mann Besatzung; im Bug
war der Harpunier, der
»Trocador«, positioniert.
Stand der Wind günstig,
konnte man Segel setzen
und sich so den Walen
nähern, ansonsten hieß
es: rudern. Das darauf-
folgende Szenario ist
Ihnen vielleicht aus Fil-
men oder Dokumenta-
tionen bekannt.
Weitere
Themen
Walfangboot (Canoa)
Skulptur in Sao Roque
Auf das Konto amerikanischer Walfangflotten gingen in Rekordjahren bis zu 20.000 erlegte Pott-
wale rund um die Azoren. Die Fangquoten der Azoreaner waren dagegen vergleichsweise lächerlich:
Bis zuletzt jagten sie die riesigen Meeressäuger nicht mit motorisierten Schiffen und hochmoderner
Ausrüstung, sondern stets mit ihren traditionellen Booten und mit von Hand geschleuderten Harpu-
nen und haben daher Populationen auch nie gefährdet. Die Waljagd war gefährlich: Viele kamen von
den Einsätzen mit gebrochenen Gliedern oder überhaupt nicht mehr zurück. Dafür genossen sie
unter ihren Mitbürgern hohes Ansehen. 1983 gaben die Azoreaner den Walfang auf.

Den Ruf »Baleia, Baleia!« kann man auch heute noch vernehmen – aus den Funkgeräten der Whale-
Watching-Boote. Denn noch immer werden die Walausgucke genutzt und noch immer sitzen die
alten erfahrenen Vigias in diesen Türmen – so wie damals zu den Walfangzeiten.
Einer von ihnen ist Anteiro Suares. Nachdem er
in jungen Jahren einige Zeit in Angola gearbeitet
hatte, kehrte er als Walfänger auf seine Heimat-
insel zurück.
Als der Walfang eingestellt wurde, arbeitete er auf
einem Thunfischboot. Bald jedoch erlitt der Thun-
fischfang seinen großen Einbruch.
Anteiro besann sich auf seine großen Erfahrun-
gen aus den Zeiten des Walfangs und arbeitet
seit nunmehr acht Jahren als Vigia im Dienst der
Walbeobachter rund um Pico und Faial.
Seit geraumer Zeit ist er eine unentbehrliche Insti-
tution im Team von Pico Sport.
Anteiro kümmert sich auch um den Nachwuchs
seiner Zunft: Die Praktikantin Claudia lernt z. Zt.
das Handwerk des Vigias bei ihm.

Bericht, Fotos, Movie: @ Hanne Wecken
Zum Betrachten des
Films benötigen Sie
Quicktime.

Dieses erhalten
Sie kostenlos.
Movie (Quicktime, 836 KB)
| © 2000 - 2006 | Impressum | Sitemap | | Credits