Ein Besuch im Museum »Cachalotes e Lulas«
Pottwale und Kalmare – das ist die große
Leidenschaft des britischen Forscherpaars
Malcolm und Dorothy Clarke.

Seit 50 Jahren beschäftigten sie sich mit
diesem Thema. Das Ergebnis ihres Lebens-
werks haben sie nun in einer eindrucksvollen,
liebevoll und mit Humor gestalteten Ausstellung
dokumentiert.

Damit ist Pico um eine wirkliche Attraktion
reicher und wir um ein weiteres tolles Ausflugsziel.
Bisher konnte man sich auf Pico über Pottwale
nur im Zusammenhang mit der azoreanischen
Walfanggeschichte informieren.
In dieser Ausstellung geht es dagegen um das
Leben der Pottwale, nicht um das Sterben.

Ein Besuch lohnt sich, denn der Pottwal ist ...
... ein wahres »Hightech« Geschöpf!

Zu Beginn der Ausstellung wird der Besucher gleich
mit einigen Fakten konfrontiert. Malcolm und Dorothy
formulieren Superlative:

»Warum ist der Pottwal so besonders?
Er ist das größte Raubtier, er taucht am tiefsten, hält die Luft am längsten an, hat die größte Nase und das größte Hirn aller Tiere, die jemals gelebt haben.«
Dann, in der ersten Abteilung beeindruckt ein sehr großes Pottwal-Wandgemälde – der Pottwal von innen, sozusagen.
Hier erfährt man alles über das komplizierte Zusammenspiel der Organe, die dem Pottwal diese außerordentlichen
Leistungen ermöglichen. Z. B. die unterschiedlich temperierten Blutkreisläufe, die im Zusammenhang mit bestimmten
Bewegungsabläufen das Spermazet (Walrat), eine wachsartige Flüssigkeit im Kopf des Pottwals, flüssig oder zäh werden
lässt. Damit managt er vermutlich das Abtauchen – und das tut er immerhin bis 3000 m!
Es wird der Frage nachgegangen, wie der Pottwal den unbeschreiblichen Druck in der Tiefsee aushält, oder wie er in der
Lage ist, mehr als eine Stunde die Luft anhalten zu können. Unendlich viele Fakten über die Physiologie dieser Tiere hat
Malcolm hier zusammengetragen, unterstützt von anschaulichen Experimenten, die er sich dazu ausgedacht hat und die
die Besucher durchführen können.
In einer anderen Abteilung geht es um die Sinne
der Pottwale. Wie kann ein Tier in der Tiefsee, also in
absoluter Finsternis Nahrung finden? Die Pottwale
benutzen ihr hochentwickeltes Echolotvermögen, um
Nahrung zu finden und um zu navigieren und geben
dabei fast ununterbrochen Klicklaute von sich, die
durch das Wasser pulsieren. Pottwale kommunizieren,
indem sie einen "Morse-Code" aus Klickmustern
benutzen. Pottwalgruppen haben sogar Dialekte
entwickelt.
So ganz nebenbei erfährt man zum Thema Tiefsee,
warum so viele Fische rot sind: Rotwelliges Licht ist
mit zunehmender Tiefe das erste, was nicht mehr
sichbar ist, und deshalb haben diese Fische quasi
eine Tarnkappe auf und können sich so vor ihren
Feinden schützen.

So langsam nähern wir uns der dritten Abteilung, den
Kalmaren, die ja zur Lieblingsspeise der Pottwale
gehören. Vorher muss man aber unbedingt noch
einen Blick auf den Zahn eines Thyrannosaurus Rex
werfen, den man hier mit einem Pottwalzahn ver-
gleichen kann. Eindeutig: der Pottwal ist das größte
Raubtier, das jemals auf unserem Planeten gelebt
hat!

Der Pottwal muss täglich mehr als 1 Tonne Nahrung
finden. Da liegt es nahe, dies in möglichst großen
Happen zu tun. In der Abteilung Kalamare erfahren
wir viel über diese sagenumwobenen Riesenkraken,
die noch kein menschliches Auge lebend gesehen
hat. In Pottwalmägen hat man Schnäbel der Tinten-
fische gefunden, die ja wie Papageienschnäbel
aussehen. Malcolm zeigt uns einen Schnabel, der
viel größer ist als der eines Aras! Neben den vielen
faszinierenden Informationen sehen wir Tintenfische
in allen Größen und Farben – aus Stoff und liebevoll
geschmückt. Da hatte sicher Dorothy ihre Hand im
Spiel ...

Draußen hinter dem Haus, direkt an der Steilküste
hat Malcolm ein Gerüst gebaut, dass die Form und
die Größe eines Pottwals hat. Wir erinnerten uns an
den biblischen Jonas: »denn Jonas war drey Tage
und drey Nacht in des Wallfisches Bauch ...«
– und
wir fanden, dass Jonas reichlich Platz hatte!


Besuchen Sie
Malcolms und Dorothy's Homepage.


Videos über Malcom und sein Museum




Bericht und Fotos: @ Hanne Wecken
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